Industrie

 Wirtschaft und Industrie

Indien steht an 10. Stelle unter den Industriestaaten der Welt. In keinem
anderen Land gibt es mehr ausgebildete Fachkräfte. Es besteht ein Überangebot
von billigen Arbeitskräften. Indien besitzt reiches Kohlevorkommen,
hochwertige Eisenerzlagerstätten und Erdöl.
Das industrielle Wachstum ist seit Jahren größer als in vielen
Industrieländern
der Export beträgt 60 %. Dennoch herrscht Massenarbeitslosigkeit.
Im 17. und 18. Jahrhundert gab es in Indien ein blühendes Textilgewerbe, mit
Baumwolle und Seide. Die britischen Kolonialverwaltung verbot diese
Herstellung und ließ alles nach England schaffen, um es dort zu verarbeiten.
Bis ins 20. Jahrhundert behinderten die Engländer die Industrialisierung
Indiens. Nach der Unabhängigkeit 1947 förderte die Regierung die Schwerindustrie,
sie gründeten staatliche Großbetriebe. Heute gehören diese Werke
der privaten Industrie. Trotz allen Fortschritts beschäftigen das Handwerk
und die Kleinindustrie mehr Menschen als die Industrie.
Ein deutsches Entwicklungsprojekt - Rourkela - begann 1956 mit dem Bau eines
Stahlwerkes, an dem sich heute ein Industriepark anschließt und viele
Kleinbetriebe und Zulieferer.
Damodartal ist das indische Ruhrgebiet.
Die Privatindustrie konzentriert sich in den Hafenstädten Kalkuttas, Madras
und Bombay.
Nasik ist ein Zentrum für Elektronik, Fahrzeug- und Maschinenbau.
Ein indischer Arbeiter verdient 300 Rupien, ca. 80 DM im Monat. Nur ein
viertel der Erwerbstätigen geht einer regelmäßigen Arbeit nach, die übrigen
sind Gelegenheitsarbeiter und Bettler.