Handel und Dienstleistungen

 Außenhandel
Aufgrund des bis vor kurzem noch geltenden starken Protektionismus war das Außenhandelsvolumen im Vergleich zur Größe und Diversifizierung der indischen Wirtschaft eher gering. Dazu kam ein ständiges Handelsdefizit, das durch den Import von Öl, Rohstoffen, Maschinen, Konsumgütern, Schmuck, chemischen Stoffen und Düngemitteln entstanden war und durch Schmuggel im großen Stil noch verschärft wurde. Die Exporte sind äußerst vielfältig; wichtig sind Textilien, Kleidung, Schmuck und Juwelen, Lederwaren, Tee, Gewürze, Werkzeugmaschinen und chemische Grundstoffe. Etwa zwölf Prozent der jährlichen indischen Exporte gelangen in die Vereinigten Staaten, die auch neun Prozent der Importe liefern. Zu den weiteren wichtigen Handelspartnern gehören Deutschland, Japan, Großbritannien, Belgien, Saudi-Arabien, die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), Singapur, Australien, die Niederlande und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Währung und Bankwesen
Die Währungseinheit in Indien ist die Rupie zu 100 Paise.
Die 1934 gegründete und 1949 verstaatlichte Reserve Bank of India wirkt als Zentralbank und zentrale Notenbank. Durch eine Serie von Verstaatlichungen gelangte die Mehrzahl der kommerziellen Banken in öffentliche Hand. Es gibt zwar etwa 300 registrierte kommerzielle Bankinstitute, 80 Prozent der Einlagen und Kredite laufen aber über die 28 staatlichen Banken.
Das Kreditwesen im ländlichen Indien hat zur Verschuldung weiter Kreise der Bevölkerung geführt. Um diese Probleme zu lösen, wurden Kreditgesellschaften und Bankkooperativen gegründet; Ziel war insbesondere, den Bauern Kredite zum Erwerb von Saatgut, Düngemitteln und anderen landwirtschaftlichen Gütern zu ermöglichen.